Montag, 29. April 2013

No. 119

20 x 30 cm digital collage

Kommentare:

  1. Wo kriegst du nur immer diese tollen Fotos her? Wie fröhlich sie immer alle damals guckten, dabei erwartete sie alle doch nur das nackte Elend.
    Ist mir heute auch bei den Fotos meiner Familie aufgefallen, mit denen ich mich aus anderen Gründen beschäftigen musste.
    Da sahen meine Großeltern auf den Fotos vom 1. Weltkrieg ganz, ganz anders drein...
    Muss eine arge Gehirnwäsche damals stattgefunden haben...Die Überfärbung finde ich sehr gut passend.
    Liebe Grüße
    Astrid

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  2. Liebe Astrid, ich wundere mich auch oft, was ich da alles an Schätzen so finde, das fand und finde ich so faszinierend, diese ganzen Geschichten, die auch hinter den Fotos stecken und die auch der Grund waren mit den Collagen anzufangen. Ich fand die waren zu schade, um in irgendwelchen Kistchen zu versauern. Ja, das mit den fröhlichen Gesichtern ist mir auch aufgefallen, ich habe auch Urlaubspostkarten, wo man erst stutzt, wenn man das Datum sieht, weil man nicht erwartet, dass die 1941 oder was einfach so Urlaub gemacht hätten, als wenn gar nichts wäre?! Ist vielleicht eine Verdrängungsmethode gewesen, so Augen zu und durch, Jammern nützt ja nichts, für viele kam das dicke Ende vielleicht auch erst danach, mit Hungern und Frieren und so. Wenn ich mich recht erinnere aus den Erzählungen waren wohl die Winter 46/48 richtig hart und kalt und zu Essen gabs auch nicht so richtig was. Mein Vater war damals bei der Bahnpolizei in Hamburg und fand es immer schwierig jemanden festzunehmen, weil die Kohlen geklaut hatten, die meisten haben sie wohl laufen lassen und einmal ist ein ganzer Waggon voll mit Butter geklaut worden. Das sind Geschichten!
    Liebe Grüße zurück Barbara

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    1. Liebe Barbara, mein Mann, Jahrgang 41, hat nach der Flucht aus Danzig in Bonn an der Bahnstrecke gewohnt, wo die Züge mit den Kohlen ( Reparationszahlungen an Frankreich) aus dem Ruhrgebiet vorbeikamen. Wenn die stehen blieben, hat er mit seinen Brüdern auch immer geklaut. Das fanden die natürlich eher abenteuerlich. So wie mein Vater immer vom Krieg erzählt hat wie von ner Schnitzeljagd.
      Aber bei allem was man weiß, kann das ja nur die halbe Wahrheit sein. Nur: viel kriegen wir jetzt nicht mehr heraus. Was bleibt, sind die Bilder. Und es ist toll, wie du dann doch das Hintergründige durch deine Bearbeitung herausholst.
      Liebe Grüße
      Astrid

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